Beschwerde- möglichkeiten

 

Wie kann ich Beschwerde einlegen, wenn mir nur subsidiärer Schutz gewährt wurde?

Wenn Sie nur subsidiären Schutz und kein Asyl erhalten haben, können Sie eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Das Gericht prüft dann, ob Sie doch Gründe für Asyl in Österreich haben. Eine Rechtsberatung kann Ihnen Auskunft geben, ob in Ihrem Fall eine Beschwerde sinnvoll ist oder nicht. Beachten Sie unbedingt die im Bescheid angeführte Frist für Beschwerden.

Was kann ich tun, wenn mein Asylantrag abgewiesen wird?

Wird Ihr Asylantrag vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) negativ beschieden, bekommen Sie kein Asyl. Gegen einen negativen Bescheid können Sie innerhalb von 14 Tagen eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist die zweite und letzte Instanz in Ihrem Asylverfahren. Ein Richter oder eine Richterin wird sich nochmal mit Ihren Fluchtgründen befassen und anschließend eine Entscheidung treffen. Dafür werden Sie möglicherweise vom Gericht nochmals zu einem Interview – einer Verhandlung - gebeten. Ein Rechtsberater oder eine Rechtsberaterin kann Sie zur Verhandlung begleiten. Sie können auch einen Anwalt oder eine Anwältin kontaktieren. Diesen müssen Sie jedoch selbst bezahlen. Auch bei diesem Termin ist ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin anwesend und sie erhalten ein Protokoll. Das Bundesverwaltungsgericht muss grundsätzlich innerhalb von sechs Monaten eine neue Entscheidung treffen. Es kommt jedoch vor, dass Verfahren länger als sechs Monate dauern.

Das Bundesverwaltungsgericht kann entscheiden, dass das BFA noch einmal über Ihr Verfahren entscheiden muss. In diesem Fall werden Sie wahrscheinlich noch einmal zu einem Interview beim BFA geladen und bekommen einen neuen Bescheid. Das Bundesverwaltungsgericht kann auch entscheiden, dass die Entscheidung des BFA falsch war. Wenn auch das Bundesverwaltungsgericht negativ entscheidet, bekommen Sie kein Asyl. Ihr Asylverfahren in Österreich ist damit beendet und Sie sind verpflichtet, auszureisen.

Gibt es noch eine Beschwerdemöglichkeit, wenn auch das Bundesverwaltungsgericht negativ entscheidet?

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof einzureichen. Die Beschwerde muss immer von einem Anwalt verfasst werden und ist mit Kosten verbunden. Daher sollten Sie sich im Vorfeld bei einem Anwalt oder Ihrem Rechtsberater über Ihre Möglichkeiten erkundigen. Ihr Anwalt hat sechs Wochen Zeit, die Beschwerde zu schreiben.

Sie können außerdem innerhalb von sechs Wochen eine Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof richten. Auch diese Beschwerde muss von einem Anwalt verfasst werden und verursacht Kosten. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit der „Verfahrenshilfe“, also finanzielle Unterstützung. Erkundigen Sie sich bei einem Rechtsberater oder Anwalt über Ihre Möglichkeiten.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine Aufenthaltsberechtigung zu beantragen. Wenden Sie sich dafür an einen Rechtsberater.

Was muss ich tun, wenn mein Antrag endgültig negativ entschieden wurde?

Sie müssen aus Österreich ausreisen. Die Caritas und der Verein Menschenrechte helfen Ihnen bei Ihrer Rückreise in Ihre Heimat. Wenn Sie nicht freiwillig ausreisen, kann Sie die Polizei in Schubhaft nehmen.