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Wie sicher ist Afghanistan?

Im Rahmen des Asylverfahrens von Geflüchteten aus Afghanistan ist die Frage, wie die Sicherheitslage im Land beurteilt wird, wesentlich. Dies betrifft aktuell mehr als 18.000 Asylwerber und Asylwerberinnen aus Afghanistan, deren Verfahren derzeit noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist. Allerdings gibt es dazu unterschiedliche Einschätzungen. Während ein österreichisches Gerichtsgutachten zu dem Schluss kommt, dass die Sicherheitslage in Teilen Afghanistans stabil und somit für Rückkehrer und Rückkehrerinnen sicher ist, relativiert ein neues Gutachten der deutschen Afghanistan-Expertin Friederike Stahlmann diese Einschätzung. Für Personen, die sich für Menschen aus Afghanistan engagieren, bleiben vor diesem Hintergrund derzeit viele Fragen offen. Es herrscht Unklarheit darüber, wie die Lage in Afghanistan tatsächlich zu bewerten ist. Dies sorgt für Verunsicherung vor allem bei jenen, die in der Verfahrensbegleitung afghanischer Asylwerber und Asylwerberinnen involviert sind.

Vor diesem Hintergrund widmete sich das Projekt CORE im Rahmen der Veranstaltungsreihe "CORE & the City", am Montag, den 26. November 2018, diesem Thema. Der Asylrechtsexperte Norbert Kittenberger illustrierte, wie die Sicherheits- und Versorgungslage in Afghanistan aus Sicht des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl und der österreichischen Gerichte eingeschätzt wird. Die Afghanistan-Expertin Friederike Stahlmann gab einen Überblick zur aktuellen Sicherheits- und Versorgungslage in Afghanistan sowie zur humanitären Situation von Rückkehrern und Rückkehrerinnen. Stahlmann machte in ihrem Vortrag deutlich, dass den Menschen in Afghanistan zahlreiche Gefahren drohen. Etwa aufgrund von Kampfhandlungen, Anschlägen, Kriminalität, Verfolgungshandlungen oder humanitärer Not. Eine gerade durchgeführte Erhebung zum Verbleib und den Erfahrungen von Abgeschobenen aus Deutschland habe erneut dokumentiert, dass Rückkehrer aus Europa jedoch ganz spezifischen Sicherheitsrisiken ausgesetzt seien, die keine nachhaltige Existenzsicherung möglich machen würden. Neben diesen Aspekten wurde in dem ExpertInnengespräch auch auf die Frage eingegangen, welchen Einfluss aktuelle Gutachten auf die Rechtssprechung zu Asylanträgen afghanischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Österreich nehmen.

Die Brisanz und Aktualität des Themas machte nicht nur die hohe Zahl der Interessierten im Publikum deutlich, sondern auch die zahlreichen Fragen. Im Anschluss an den offiziellen Teil des Abends wurde mit den beiden Vortragenden noch weiterdiskutiert und es wurden individuelle Fragen und Problemstellungen besprochen.  

Hier finden Sie die Unterlagen der Veranstaltung zum Download:
Gutachten von Friederike Stahlmann
Norbert Kittenberger: Sicherheits- und Versorgungslage in Afghanistan nach Beurteilung in österreichischen Asylverfahren